Sauerklee Oxalis

Sauerklee (Oxalis) ist eine äußerst artenreiche Gattung  mit weltweiter  Verbreitung. Auch in Europa kommen vielen Arten, von denen drei in Mitteleuropa auch als Gartenunkräuter auftreten. Die Sauerkleegewächse (Familie Oxalidaceae) sind näher mit anderen Kleearten aus der Familie der Fabaceae (Hülsenfrüchtler) verwandt. 

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Wald-Sauerklee Oxalis acetosella
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Wald-Sauerklee
Am bekanntesten ist der Wald- oder Hainsauerklee Oxalis acetosella. Er ist vor allem auf humusreichen, geringfügig sauren Böden im Schatten von Bäumen häufig. Die drei herzförmigen Teilblätter sind kleeblattartig angeordnet. Bei hohem Lichteinfall durch die Sonne klappen sie als Verdunstungsschutz herunter. Dieser Reflex kann auch – ähnlich wie bei der Mimose der Tropen – durch bloße Berührung  ablaufen. Die Blüten sitzen auf langen Stielen. Die Blütenblätter sind weiß mit einer feinen, violetten Aderung und einem gelben Fleck am Blütengrund. Je nach Boden- und Lichtverhältnissen wird der Wald-Sauerklee zwischen 5 und 15cm hoch. Er bildet ein kurze Rhizom und eine verzweigte Pfahlwurzel, aus denen er sich bei Bedarf regenerieren kann. Die Blätter enthalten Oxalsäure und deren Salze, deshalb sind sie schwach giftig. Die Befruchtung kann sowohl bei geöffneter Blüte im Frühjahr durch Bienen und Hummeln erfolgen, als auch bei geschlossener Blüte durch Selbstbestäubung stattfinden. Die nussartigen Früchte öffnen sich und schleudern die Samen heraus, die sich dann in der näheren Umgebung ausbreiten können.
Der Wald-Sauerklee kann, wenn er in größeren Mengen auftritt, für das Weidevieh giftig sein.

Horn-Sauerklee
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Der Horn-Sauerklee Oxalis corniculata macht sich oft in Steinfugen und Mauerritzen breit
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Der Horn-Sauerklee Oxalis corniculata kommt aus dem Mittelmeerraum, wurde jedoch weltweit verschleppt. Im Garten, besonders in Rasen und zwischen den Steinfugen ist er ein äußerst hartnäckiges, schwer restlos zu beseitigenden Unkraut, das sich durch Samen und seine vegetativen Ausläufer immer wieder sehr schnell und flächendeckend ausbreitet kann.
Vom heimischen Waldsauerklee unterscheidet er sich durch seine gelbe Blüte und die dunkel grünen bis braunroten Blätter. Die Pflanze bildet lange Seitensprosse, die dicht über dem Boden kriechend, fast einen halben Meter lang werden und sich an den Knoten bewurzeln können. So entstehen immer wieder neue Adventivpflanzen. Die Blüten erscheinen zwischen Mai und Oktober. Die Kapselfrucht wird bis zu 2 cm lang und ist dicht behaart. Jedes Fach der Frucht enthält bis zu 14 braune Samen. Bei der geringsten Berührung – oft reicht schon ein leichter Windhauch – werden die Samen ausgeschleudert und in der näheren Umgebung verbreitet.


Aufrechter Sauerklee
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Aufrechter Sauerklee Oxalis stricta
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Der Aufrechte Sauerklee Oxalis stricta ist ebenfalls ein Neuzugang und gelangte durch Verschleppung aus Ostasien und Amerika zu uns. Im Gegensatz zum Horn-Sauerklee ist Oxalis stricta zunächst eine aufrecht wachsende Art, die bis zu 30cm groß wird. Die Stängel sind erst unverzweigt, später liegt er am Boden an und verzweigt sich. Im Gegensatz zum Horn-Sauerklee bilden sich an diesen Verzweigungen aber keine neuen Wurzeln, sodass auch keine Adventivpflanzen gebildet werden. Diese Sauerkleeart breitet sich stattdessen durch ein unterirdisch kriechendes Rhizom aus. Stängel und Blätter sind spärlich behaart. Die Blätter sind hellgrün, die Blüten hellgelb gefärbt. Diese Blüten erscheinen über die Vegetationsperiode. Eine fünfeckige Kapsel bildet die Frucht, die viele rötlich braune, nur 1mm große Samen enthält. Bevorzugte Standorte des Aufrechten Sauerklees sind nährstoffreiche Lehmböden mit geringem Kalkgehalt mittlerer Höhenlagen. Man findet auf brachliegenden Äckern, in Gärten, an Friedhofsmauern und am Rande von Gehwege. Von den Indianern Nordamerikas wurde die Blüten zum Herstellen von orange-gelber Farbe genutzt.

Maßnahmen zur Bekämpfung
Sauerklee, besonders der Horn-Sauerklee, ist ein äußerst hartnäckiges Unkraut. Zwischen Steinfugen kann man ihm mit einem Fugenkratzer und Gasbrenner zu Leibe rücken. Dabei muss man möglichst tief reichen, um auch die Wurzeln zu erwischen. Das kann aber nur von Erfolg bleiben, wenn man ihn noch vor der Blüte und Fruchtbildung erwischt, da er sich sonst sehr schnell über die ausgeschleuderten Samen wieder aussät. Zusätzlich kann man ihn mit Finalsan UnkrautFrei Plus punktuell vernichten.
Schwieriger wird die Bekämpfung im Rasen. Hier machen Herbizide wenig Sinn, da man damit auch die Rasengräser vernichten würde und die behandelten Flächen wieder neu einsäen müsste. Im Rasen muss man daher versuchen, mit mechanischen Methoden die Ausbreitung des Sauerklees zu verhindern. Häufiges Mähen – während des Sommers  zweimal pro Woche – hilft den Klee kurz zu halten, bevor er Blüten treiben und sich weiter aussäen kann. Durch häufigeres Mähen werden auch das Wurzelwachstum und damit die vegetative Vermehrung über die unterirdischen Rhizome gestört. – Daneben kann man mit häufigerem Düngen das Graswachstum fördern und so den Sauerklee vom Platz verdrängen. Zusätzlich sollte man den Rasen regelmäßig vertikulieren; das fördert die Luftdurchlässigkeit, Sauerstoffzufuhr und das Wachstum der Gräser. Nach jedem Mähen sollte man den Rasen mit einem Rechen zusätzlich durchrechen, denn nicht alles Mähgut landet im Fangkorb des Rasenmähers. So verhindert man, dass der Rasen verfilzt und der Boden verdichtet wird. Man kann auch beretis vor dem Mähen den Rasen mit einem stabilen Rechen durchharken und so manche Wurzel des Sauerklees mitausreißen. Hilft dies alles nichts, dann kann man es mit einer punktuellen Anwendung von Rasen-Unkrautfrei Weedex der Firma Scotts-Celaflor versuchen, dass auch bei dem durch herkömmlche Herbizide schwer zu bekämpfenden Sauerklee bis tief in den Wurzelbereich wirkt und gut rasenverträglich ist. Statt gespritzt, kann es auch direkt auf die vom Sauerklee besetzten Flächen gegossen werden.
Auf dem Gartenbeet, vor allem wenn es im Halbschatten liegt, kann sich Sauerklee flächendeckend ausbreiten. Hier kann man versuchen, den Sauerklee mitsamt seinen Wurzeln herauszuharken und dann den Boden mit Rindenmulch abzudecken. Alternativ kann man hier auch Herbizide zur Bekämpfung einsetzen, z.B. Finalsan Unkrautfrei Plus. Da das Mittel über die Blätter aufgenommen wird, sollte man dann spritzen, wenn die Blätter aufgefaltet sind, damit sie möglichst viel von dem Wirkstoff aufnehmen können.


Unsere Kunden schreiben dazu:


Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Interesse habe auf Ihrer Webseite gelesen. Dass Horn-Sauerklee mit mit WEEDEX bekämpft werden könnte, kann ich allerdings nicht bestätigen!

Die Horn-Sauerklee-Blätter haben eine wasserabweisende Oberfläche. Dadurch perlt WEEDEX in gesprühter Form überwiegend ab und haftet nicht. Auch das Gießen war mit WEEDEX in ökologisch vernünftig erscheinender Menge, also auch an der oberen Grenze des Mischverhältnisses, nicht erfolgreich! Demnach erfreut sich der Horn-Sauerklee weiterhin seines Daseins in meinem Rasen. (Das Ausstechen ist aufgrund der sehr langen Wurzeln sehr aufwändig und muss für dauerhaften Erfolg sehr gewissenhaft erfolgen.)

--> Für Steinfugen hat sich allerdings handelsüblicher Essigreiniger aus dem Supermarkt hervorragend bewährt. Ich gieße ihn direkt aus der Flasche auf Blätter, Stiele usw. oder sprühe mit einer leeren Fensterreiniger-Flasche. Die Pflanzen trocknen dann in kurzer Zeit aus und sind auf Dauer tot. Preisgünstig ist diese Lösung zudem: 1 Liter kostet ca. 80 Cent.

Essigreiniger wirkt übrigens sinngemäß gegen alle Gräser, Moose usw. in Steinfugen.

Bei mir hat sich der Essigreiniger für die üblichen Gartensteine, für Knochensteine in der Hofeinfahrt, für Gehwegplatten und auch an Bordsteinen bewährt. Bei anderen, säureempfindlichen Steinbelägen sollte man zurückhaltend sein und evtl. an versteckter Stelle probieren.

Mit freundlichen Grüßen
Hubert B...
(Mannheim)